Schulden machen krank

Am 21. und 25. Jänner haben in Wien und Vorarlberg Dialogtage zum Thema „Schulden und Gesundheit“ stattgefunden. Ziel des Projekts der ASB Schuldnerberatungen GmbH und des Fonds Gesundes Österreich ist eine Vernetzung von ExpertInnen aus Gesundheitsbereich und Schuldenberatung. Denn Schulden machen krank. Und aus Krankheit können Schulden erwachsen.


(Wien, 25. Jänner 2016) Überschuldung kann sowohl Ursache als auch Folge von gesundheitlichen Problemen sein. Die Auswirkungen von Überschuldung auf den Gesundheitszustand der KlientInnen in der Schuldenberatung sind deutlich: „Bei jeder siebten Person, die eine Schuldenberatung aufsucht, ist die Schuldenregulierung aufgrund von Krankheit und Sucht in absehbarer Zeit nicht möglich“, sagt Clemens Mitterlehner, Geschäftsführer der ASB Schuldnerberatungen GmbH, Dachorganisation der staatlich anerkannten Schuldenberatungen. Umgekehrt hat sich gezeigt, dass sich nach einer erfolgreichen Schuldenregulierung oftmals der Gesundheitszustand spürbar verbessert.

Die Folgen von Überschuldung sind vielfältig und betreffen nicht nur Einschränkungen in materieller Hinsicht. Das Leben am Existenzminimum, die Angst vor der Zukunft stellen für die Betroffenen und ihr Umfeld eine erhebliche Belastung dar. Diese kann zu massiven Beeinträchtigungen der psychischen und physischen Gesundheit führen: Stress, Depressionen, Angstzustände, Schlafstörungen, Rückenschmerzen, Magen- und Darmprobleme. Dazu kommt, dass sich KlientInnen der Schuldenberatungen oft wenig Zeit für den „Luxus“ Gesundheit nehmen können, wenn sie um ihr finanzielles Überleben kämpfen bzw. keine Geldmittel für nötige Therapien zur Verfügung stehen.
Martin Schenk von der Armutskonferenz, ein Referent beim Dialogtag in Wien, kennt dieses „Hamsterrad im Kopf“ aus der Armutsforschung: „Betroffene strengen sich an, aber die Situation bessert sich nicht. Es gibt keine Anerkennung, sondern sogar Beschämung und zusätzlich das Gefühl, keinen Einfluss mehr zu haben. Dieser Stress geht direkt auf das Herz-Kreislauf-System.“

Ziel der Dialogtage „Schulden und Gesundheit“ war es, SchuldenberaterInnen, ExpertInnen im Gesundheitsbereich sowie in weiterer Folge deren KlientInnen und PatientInnen darauf zu sensibilisieren, auf körperliche und seelische Krankheitssymptome im Zusammenhang mit einer Überschuldungssituation zu achten. Im Fokus standen Bewusstseinsbildung und interdisziplinärer Austausch auf der regionalen, ganz praktischen Ebene. Gudrun Braunegger-Kallinger vom Fonds Gesundes Österreich (FGÖ) betont die Notwendigkeit, für eine wirksame Gesundheitsförderung immer an mehreren Ebenen anzusetzen und bestehende Netzwerke zu nutzen: „Ich kann mir vorstellen, dass Schuldenberatung hier eine verstärkte Drehscheibe sein kann.“

 

zur Grafik "Gesundheitliche Folgen von Überschuldung"

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zur Fachzeitschrift "dasbudget" mit umfangreichem Hintergrund

 


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Mag. (FH) Clemens Mitterlehner (Geschäftsführung), T. 0732-65 65 99

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