Schuldenberatungen unterstützen Privatkonkurs Reform

(30.01.2017) Mit dem heute präsentierten Plan der Bundesregierung, den Privatkonkurs zu reformieren, könnte ein jahrelanger Verhandlungsmarathon zu einem guten Ende finden. Die Reformbestrebungen der Schuldenberatungen waren immer wieder am Widerstand verschiedener Interessensgruppen gescheitert. Der Plan der Koalition lautet nun: Privatpersonen sollen sich schon nach drei statt bisher sieben Jahren entschulden können. Und die Mindestquote von zehn Prozent fällt!
„Damit wird Österreichs Insolvenzordnung endlich modern und den sozial- und wirtschaftspolitischen Notwendigkeiten angepasst. Zuletzt waren wir mit Abstand europäisches Schlusslicht: mit der langen Entschuldungsphase und der Mindestquote, die es sonst fast nirgends mehr gibt“, sagt Clemens Mitterlehner, Geschäftsführer der asb, Dachorganisation der staatlich anerkannten Schuldenberatungen.

Die geplanten Änderungen am Privatkonkurs helfen betroffenen Überschuldeten und ihren Familien. Endlich haben auch jene Menschen die Chance auf einen Neustart, die ihn am dringendsten brauchen: Menschen mit niedrigem Einkommen und jene mit sehr hohen Schulden (vor allem gescheiterte Selbstständige). Sie waren bisher vom Privatkonkurs aufgrund der Mindestquote ausgeschlossen.
Aber auch Arbeitgeber, Gläubiger und die Volkswirtschaft profitieren davon, wenn Menschen möglichst rasch neu durchstarten können, ihr Lohn nicht mehr gepfändet wird und sie als KonsumentInnen wieder aktiv am Leben teilnehmen können. „Dem Wirtschaftsstandort Österreich kann es nur gut tun, wenn weniger Menschen ewig auf ihren Schulden sitzen bleiben und wenn gescheiterte UnternehmerInnen wieder schneller auf die Beine kommen. Menschen sollen für unternehmerischen Mut ja nicht bestraft werden“, sagt Clemens Mitterlehner.

Die staatlich anerkannten Schuldenberatungen begleiten rund 65 Prozent aller Privatkonkurse in Österreich. Durch die Erfahrungen aus der Praxis – nicht zuletzt mit verzweifelten Menschen, denen eine Entschuldung versagt blieb – drängen sie seit zwei Jahrzehnten auf rasche Erleichterungen. „Wir hoffen, dass die geplante Reform nun auch rasch umgesetzt wird und stehen natürlich mit unserer Expertise weiterhin zur Verfügung“, so Clemens Mitterlehner. Es gäbe in der Detailplanung einiges zu beachten, um die mit der Reform angestrebte Steigerung der erfolgreichen Schuldenregelungen auch wirklich zu erreichen. „Wenn wir die Personen nicht Geschäftemachern in die Arme treiben wollen, muss staatlich anerkannte Schuldenberatung gut aufgestellt – also ausreichend finanziert – sein, um seriöse Beratung für alle, die sie brauchen, sicher zu stellen.“

Zur Presseaussendung der asb am 30.1.2017

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