Privatkonkurs-Reform vor Sommer beschließen

(18.05.2017) Im Rahmen der derzeit stattfindenden Österreichischen Schuldenberatungstagung sprach sich Sozialminister Alois Stöger heute dafür aus, die notwendige Reform des Privatkonkurses wie geplant zu beschließen. „Wirtschaftliches Scheitern hat unterschiedliche Gründe von Arbeitslosigkeit, über Krankheit bis hin zur Scheidung. Wir brauchen moderne Rahmenbedingungen um Menschen eine faire Chance für einen Neustart zu geben“, sagte der Minister in Innsbruck.
Er stellt sich damit hinter die Forderung der staatlich anerkannten Schuldenberatungen, die Novelle des Insolvenzgesetzes wie geplant Ende Juni zum Abschluss zu bringen. „Zahlungsunfähige Menschen, die bisher vom Privatkonkurs ausgeschlossen sind, brauchen eine zweite Chance“, sagt Clemens Mitterlehner, Geschäftsführer der ASB Schuldnerberatungen GmbH (asb), Dachorganisation der Schuldenberatungen. „Diese Reform ist ein wichtiger Schritt in der Armutsbekämpfung, der jahrelang erarbeitet wurde. Das darf nicht so kurz vor dem Ziel scheitern.“
Die Reform soll laut Regierungsvorhaben am 1. Juli in Kraft treten und bringt wesentliche Neuerungen: Es gibt keine Mindestquote mehr für die Schuldenregelung und die Verfahrensdauer wird (in der kürzesten Variante) auf drei Jahre reduziert.

Tagung: 25 Jahre koordinierte Schuldenberatung

Noch bis 19. Mai findet in Innsbruck die 7. Österreichische Schuldenberatungstagung statt, die heute von Sozialminister Alois Stöger und der Tiroler Soziallandesrätin Christine Baur eröffnet wurde. Im Fokus der Tagung steht das Jubiläum der Dachorganisation ASB Schuldnerberatungen, unter dem Motto: 25 Jahre koordinierte Schuldenberatung.
Die Einführung des Privatkonkurses 1995 war ein Meilenstein – auch für die Schuldenberatungen, denen eine wesentliche Rolle in der Umsetzung zukommt. Knapp 70 Prozent aller Privatkonkurse werden von einer Schuldenberatung vorbereitet und begleitet. Die Beraterinnen und Berater sind täglich mit zahlreichen Schicksalen konfrontiert und sind sich beim Austausch in Innsbruck einmal mehr einig, dass es dringenden Reformbedarf beim Privatkonkurs gibt.

 

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