Weiterhin viele Privatkonkurse im 1. Halbjahr

Im Jahr 2018 wurden erstmals seit Einführung des Privatkonkurses mehr als 10.000 Schuldenregulierungsverfahren eröffnet. Dieser Umstand war einem Nachholeffekt geschuldet: Seit November 2017 gelten neue Regeln im Privatkonkurs. Vor allem im 1. Halbjahr 2018 konnten sehr hohe Werte bei den Privatinsolvenzeröffnungen verzeichnet werden. Dieser Trend setzte sich in der zweiten Jahreshälfte 2018 erwartungsgemäß nicht derart stark fort.
Im 1. Halbjahr 2019 liegen die Werte zwar weiterhin unter den Rekordwerten vom 1. Halbjahr 2018, allerdings deutlich über dem 2. Halbjahr 2018 und auch deutlich höher als in den Jahren zuvor.
Insgesamt wurden im 1. Halbjahr 2019 in Österreich 4.988 Schuldenregulierungsverfahren eröffnet, das sind um 486 Verfahren weniger als im 1. Halbjahr 2018 und entspricht einem Rückgang von 8,9 Prozent. Die Zahl der Insolvenzanträge ist um 9,3 Prozent bzw. 564 Anträge auf 5.523 Anträge gesunken.
Mit Ausnahme von Salzburg weisen bei den eröffneten Schuldenregulierungsverfahren alle Bundesländer Rückgänge auf, wobei Vorarlberg und Tirol mit einem Minus von 33,4 Prozent bzw. 24,8 Prozent die höchsten Werte verzeichnen. Ebenso weisen Niederösterreich (15,0 Prozent) sowie das Burgenland (13,6 Prozent) deutliche Rückgänge bei den Eröffnungen gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres auf. Etwas moderater fallen die Rückgänge in Wien mit 5,1 Prozent, Oberösterreich mit 3,4 Prozent, Kärnten mit 1,3 Prozent und der Steiermark mit 0,8 Prozent aus. Salzburg kann eine Steigerung von 4,3 Prozent verzeichnen.