Privatkonkurse: Starker Rückgang durch Corona-Krise

Im 1. Halbjahr 2020 wurden in Österreich insgesamt 3.393 Schuldenregulierungsverfahren eröffnet, das sind um 1.595 Verfahren weniger als im 1. Halbjahr 2019 und entspricht einem Rückgang von 32,0 Prozent. Die Zahl der Insolvenzanträge ist um 31,9 Prozent bzw. 1.760 Anträge auf 3.763 Anträge gesunken.

Alle Bundesländer weisen bei den eröffneten Schuldenregulierungsverfahren deutliche Rückgänge gegenüber dem 1. Halbjahr 2019 auf, wobei das Burgenland mit einem Minus von 54,4 Prozent den mit Abstand höchsten Rückgang verzeichnet. An zweiter Stelle steht Tirol mit einem Rückgang von 41,4 Prozent, gefolgt von Vorarlberg (-36,8 Prozent), Wien (-35,5 Prozent) und Oberösterreich (-32,9 Prozent). Etwas moderater fallen die Rückgänge in Kärnten und der Steiermark mit 28,3 Prozent bzw. 27,2 Prozent aus. Die vergleichsweise geringsten Rückgänge bei den eröffneten Schuldenregulierungsverfahren weisen Salzburg mit 22,1 Prozent sowie Niederösterreich mit 21,4 Prozent auf.

Der deutliche Rückgang der Eröffnungen gegenüber dem 1. Halbjahr 2019 ist zum größten Teil der Corona-Krise geschuldet: Während des Corona-Shutdowns gab es ab Mitte März einen weitgehenden Stillstand der Justiz, die Gerichte arbeiteten im Krisenmodus. Auch in den Schuldenberatungen war ein Vorantreiben von Schuldenregelungen im gewohnten Setting nicht möglich, da die Beratung ausschließlich telefonisch stattfinden konnte.