Nach wie vor weniger Privatkonkurse im 1. Halbjahr

(7.7.2021) Im 1. Halbjahr 2021 wurden in Österreich insgesamt 3.241 Schuldenregulierungsverfahren eröffnet, das sind um 152 Verfahren weniger als im 1. Halbjahr 2020 und entspricht einem Rückgang von 4,5 Prozent. Die Zahl der Insolvenzanträge ist um 8,3 Prozent bzw. 311 Anträge auf 3.452 Anträge gesunken. Diese vergleichsweise geringen Rückgänge deuten darauf hin, dass sich die Anzahl der Privatkonkurs-Eröffnungen wieder etwas normalisiert. Im Vergleich mit dem 1. Halbjahr 2019, also mit dem bis dato letzten "normalen" Vergleichszeitraum, wird allerdings der nach wie vor hohe Rückgang bei den Eröffnungen mit einem Minus von 35,0 Prozent deutlich. Die Betrachtung der durchschnittlichen Anzahl der Eröffnungen der letzten zehn Jahre jeweils für das 1. Halbjahr zeigt ebenso, dass die Privatkonkurs-Eröffnungen nach wie vor stark unterdurchschnittlich sind. In den letzten zehn Jahren gab es im 1. Halbjahr jeweils durchschnittlich etwa 4.440 Privatkonkurs-Eröffnungen. Die aktuell niedrigen Zahlen sind vermutlich nach wie vor zu einem großen Teil der Corona-Pandemie geschuldet. Es ist überdies davon auszugehen, dass die Insolvenzrechtsreform, die Mitte Juli 2021 in Kraft treten wird, ebenso eine Ursache für die Rückgänge darstellt. Das neue Insolvenzrecht sieht (unter strengen Voraussetzungen) eine Entschuldungsmöglichkeit binnen 3 Jahren vor – unter Umständen warten einige SchuldnerInnen das Inkrafttreten ab und stellen erst dann die Insolvenzanträge.
Während die Zahl der Privatinsolvenzeröffnungen in Österreich im 1. Halbjahr 2021 leicht rückläufig ist, gibt es in den einzelnen Bundesländern recht unterschiedliche Entwicklungen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Salzburg verzeichnet mit einem Minus von 36,9 Prozent den höchsten Rückgang, gefolgt von Niederösterreich mit einem Minus von 21,4 Prozent, Kärnten mit einem Minus von 12,1 Prozent sowie Oberösterreich mit einem Minus von 11,1 Prozent. Dem gegenüber steht das Burgenland mit einem Zuwachs von 30,8 Prozent, Vorarlberg mit einem Plus von 10,3 Prozent und Wien mit einem Plus von 7,1 Prozent. In der Steiermark gab es im 1. Halbjahr 2021 um 1,9 Prozent mehr Eröffnungen als im 1. Halbjahr 2020. Nahezu unverändert ist die Situation in Tirol mit einem Rückgang von 0,5 Prozent.
Datenquelle: Ediktsdatei des BMJ

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