Präventionsangebote in den Bundesländern

Die Angebote in den einzelnen Schuldenberatungen sind sehr vielfältig und werden laufend überarbeitet und erweitert. Hier werden für jedes Bundesland exemplarisch konkrete Projekte vorgestellt. Für weitere Informationen und Nachfragen kontaktieren Sie bitte die Schuldenberatungen direkt.



Burgenland

Auf Initiative von Landesrätin Verena Dunst wurde im Februar 2017 – in Kooperation mit der SCHULDNERHILFE OÖ – das Präventionsprojekt „Finanzpass Burgenland“ gestartet. Zielgruppe sind SchülerInnen der 7. und 8. Schulstufe NMS/AHS. Nur in wenigen Familien wird offen über Geld gesprochen. Für Kinder und Jugendliche bedeutet das, dass ihnen im Erwachsenenalter die Grundlage für einen verantwortungsvollen Umgang damit fehlt. Dem soll durch die Bearbeitung lebensechter Themenfelder wie Einkaufen im Internet, erstes Konto, Mopedfinanzierung etc. entgegengewirkt werden. Der Finanzpass Burgenland besteht aus insgesamt vier Modulen. Drei davon werden von Präventionsfachkräften der Schuldenberatung durchgeführt, Modul vier ist zur Selbsterarbeitung konzipiert. Nach Absolvierung aller Module erhalten die SchülerInnen ein Teilnahmezertifikat.

Informationen und Kontakt: post.schuldenberatung@bgld.gv.at   

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Kärnten

Das Präventionsprogramm der Schuldnerberatung Kärnten musste mangels ausreichender Finanzierung zuletzt einige Jahre pausieren. Zuvor war die Schuldenberatung bereits flächendeckend in vielen Schulen im Bundesland mit Präventionsangeboten vertreten. An diese Erfahrungen und Kontakte will man nun anschließen: Das Land Kärnten finanziert für 2018 neben der Schuldenberatung auch wieder Präventionsarbeit, eine eigene Fachkraft konnte angestellt werden. Der erste Weg führt die Überschuldungsprävention zurück in die Schulen: Zielgruppe Nummer eins sind SchülerInnen ab 14 Jahren. Mit ihnen werden Themen wie Handy, Internet, erstes eigenes Fahrzeug, erste eigene Wohnung und generell der Umgang mit Geld besprochen. Die Angebote reichen von einstündigen Vorträgen bis zu mehrstündigen Workshops. Zusätzlich wird es aber auch Angebote für Erwachsene, etwa KursteilnehmerInnen bei AMS und bfi, geben.

Informationen und Kontakt: sommer@schuldnerberatung-kaernten.at (Marco Sommer)

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Niederösterreich

Die Schuldnerberatung NÖ verleiht seit dem Schuljahr 2015/16 die NÖ FinanzCard. Das Angebot richtet sich an SchülerInnen der Polytechnischen Schulen. Ziel ist es, den TeilnehmerInnen erste rechtliche Grundlagen, den sorgsamen und bewussten Umgang mit Geld und einen kritischen Zugang zur Konsumwelt zu vermitteln. Das Projekt besteht aus fünf Modulen, die SchülerInnen werden ein Semester lang von den ReferentInnen betreut. Im ersten Modul werden sie sehr praxisorientiert aufgeklärt, welche rechtliche Tragweite ihr Handeln in diesem Alter bereits haben kann. Die Auseinandersetzung mit dem eigenen Berufswunsch und damit verbundene Verdienstmöglichkeiten sind Schwerpunkt des zweiten Moduls, dabei werden ebenso private Wünsche definiert. Im dritten und vierten Modul wird erkundet, was das Leben kostet, und die TeilnehmerInnen vergleichen Lebensmittelpreise. Inhalt des fünften und letzten Moduls sind Werbepsychologie und das Erkennen von Verkaufsfallen. Bisher wurden rund 400 NÖ FinanzCards verliehen.

Informationen und Kontakt: g.lippitsch@sbnoe.at (Gunda Lippitsch)

 

Die Schuldnerberatung NÖ hat sich in eigenen Programmen zur Erwachsenenprävention das Ziel gesetzt, mündige KonsumentInnen zu fördern. Hauptanliegen ist die Verbesserung der Selbsteinschätzung durch Schulung der psychosozialen Befindlichkeit und Weitergabe von finanztechnischen und juristischen Informationen. Ein weiterer Pfeiler der Präventionsarbeit liegt in der Enttabuisierung von Überschuldung in der Gesellschaft. Immer noch wird eigenes Fehlverhalten als Hauptursache der Überschuldung angenommen. Dies entspricht aber nicht mehr der Realität, zumal Konsum vor sofortiger Bezahlung nicht nur akzeptiert, sondern sogar von Gläubigern gefördert wird. Auch Budgetberatung wird von der Schuldnerberatung NÖ angeboten. Diese richtet sich an nicht überschuldete Personen und Haushalte, die eine Einkommensminderung erwarten oder eine größere Anschaffung planen und gemeinsam mit den BeraterInnen ihre Finanzkompetenz erhöhen und eine Überschuldungssituation verhindern wollen.

Informationen und Kontakt: c.poeschl@sbnoe.at (Claudia Pöschl)

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Oberösterreich

SCHULDNERHILFE OÖ

Die Beziehung von Jugendlichen zum Geld ist vielfach von Unsicherheiten geprägt. Sich ausprobieren, lernen, nachdenken und verinnerlichen – darum geht es beim OÖ Finanzführerschein der SCHULDNERHILFE OÖ. Seit einem Jahrzehnt bereitet er Jugendliche und junge Erwachsene auf eine gute Beziehung zum eigenen Geld vor. Das Budget für den OÖ Finanzführerschein wird von Land Oberösterreich und AK Oberösterreich zur Verfügung gestellt, für die Schulen ist das Angebot kostenlos. Derzeit sind bei der SCHULDNERHILFE OÖ acht TrainierInnen dafür im Einsatz, in der Prävention sind insgesamt 15 Personen tätig. Hauptzielgruppe sind Polytechnische- und Berufsschulen, dazu noch Fachschulen und Menschen in arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen. Der OÖ Finanzführerschein setzt sich aus fünf Modulen zusammen, drei davon sind mit TrainerIn, zwei sind E-Learning Module. Zu mehr Informationen über den OÖ Finanzführerschein.

 

Seit 2008 entwickelt die SCHULDNERHILFE OÖ für das Sozialministerium kostenfreie Unterrichtsmaterialien für Lehrkräfte. Bisher sind so für Kindergarten, Volksschule sowie für die 8./9. und 10./11. Schulstufe Materialien zu zahlreichen Themengebieten entstanden. Jedes Thema beinhaltet Materialien zur Wissensvermittlung, praktische Beispiele und passende Übungs- und Trainingssequenzen, aber auch mögliche Anknüpfungspunkte und Fächerbezüge werden aufgezeigt. Sämtliche Materialien sind für den unmittelbaren Einsatz imUnterricht konzipiert und können kostenfrei heruntergeladen werden. Neu hinzugefügt wurden Unterrichtsmaterialien für die jüngste Zielgruppe: Es wurden sechs Themenfelder für die Volksschule und vier Themenfelder für den Bereich der Elementarpädagogik, also für den Kindergarten, entwickelt. Dabei ist auch eine Bildermappe mit dem Titel „Will ich! Brauch ich? Hab‘ ich. Verbraucherbildung für Kinder“ entstanden, die auf vielfältige Weise in Kindergarten und Volksschule eingesetzt werden kann. Sämtliche Unterlagen und Methoden wurden während der Entwicklungsphase laufend durch PraktikerInnen erprobt und evaluiert und bieten Lehrkräften nun die Möglichkeit, Themen der Verbraucherbildung auch schon sehr früh zu bearbeiten. Zur Website www.konsumentenfragen.at 

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Oberösterreich

KLARTEXT - Schuldnerberatung OÖ

Seit 1995 arbeitet KLARTEXT – die Präventionseinrichtung der Schuldnerberatung OÖ – mit Jugendlichen und Erwachsenen im Rahmen von Veranstaltungen zum Thema „Umgang mit Geld und Konsum“. Ziel ist die Vermeidung von Schuldenproblemen. Diese Aufklärungsarbeit ist sehr wichtig, aber den PräventionsexpertInnen wurde auch bewusst, dass ein wesentliches Angebot in diesem Bereich fehlt. Jeder Mensch ist anders und daher gibt es auch nicht nur einen „richtigen“ Weg. Und jede Situation verlangt ein anderes Handeln! Gerade in Momenten der Veränderung ist es wichtig, dass die finanziellen Auswirkungen mitbedacht werden. Das von der asb durchgeführte, österreichweite Pilotprojekt „Budgetberatung“ war geeignet, diese Lücke im Beratungsangebot zu füllen. KLARTEXT erkannte die Chancen, die in dieser kostenlosen und unabhängigen Beratung für die finanzielle Gesundheit liegen. Seit 2014 finanziert das Sozialressort des Landes OÖ Budgetberatung in Oberösterreich, das Kernteam bilden zwei ehemalige SchuldenberaterInnen. Die Nachfrage steigt stetig. Im Vorjahr wurden von KLARTEXT bereits 198 Gespräche durchgeführt.
Zur Zielgruppe zählen Menschen mit konkreten Anschaffungsvorhaben (Haus, Auto, Wohnung, ...), Menschen in Umbruchsituationen (Scheidung/Trennung, Familienzuwachs, Krankheit, Arbeitslosigkeit, Pension, …) und Menschen, die den Umgang mit Geld lernen wollen („Wenn regelmäßig am Ende des Geldes noch einige Tage bis zum nächsten Geld übrigbleiben!“).
Im Rahmen der Beratung wird zuerst gemeinsam eine detaillierte Finanzanalyse erstellt. Danach geht es um Optimierungsmöglichkeiten. Für die gewünschte Zielerreichung gibt es in der Regel verschiedene Lösungsmöglichkeiten. Welche Schritte konkret gesetzt werden, entscheiden die KlientInnen selbst. Oberstes Ziel für KLARTEXT ist, die finanzielle Gesundheit der KlientInnen zu stärken. Zur Website www.finanzielle-gesundheit.at

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Salzburg

Seit 2013 bietet die Schuldenberatung Salzburg den Finanzführerschein für die 4. Klassen der Neuen Mittelschule an. Die Kosten werden vom Land Salzburg getragen. Die Konzeption und Weiterentwicklung erfolgte in enger Zusammenarbeit mit der SCHULDNERHILFE OÖ, an deren Modell sich der Salzburger Finanzführerschein orientiert. Es gibt vier Module zu jeweils zwei Unterrichtseinheiten. Zwei Module trainieren die PräventionsexpertInnen der Schuldenberatung und zwei werden schulintern von den LehrerInnen abgehalten. Inhaltlich geht es um kritisches Konsumverhalten, kontrollierten Umgang mit Bankprodukten, das Wissen um Rechte von KundInnen gegenüber Finanzdienstleistern und Fähigkeiten im Bereich der Haushaltsplanung. Wurden im ersten Jahr 11 Klassen mit rund 230 SchülerInnen erreicht, so sind es heuer bereits 30 Klassen mit rund 700 SchülerInnen. Neben dem klassischen Angebot gibt es seit drei Jahren den von der Wirtschaftskammer Salzburg finanzierten „Finanzführerschein professional“, der sich an Lehrlinge richtet und in Berufsschulen abgehalten wird. Hier gibt es fünf Module, zwei davon sind E-Learning-Module. Zu mehr Informationen über den Salzburger Finanzführerschein

Die Schuldenberatung Salzburg bietet zudem maßgeschneiderte Workshops für besondere Zielgruppen an. Mit dem Berufsförderungsinstitut (bfi) gibt es seit zwanzig Jahren Kooperationen, beispielsweise Kurse für Wiedereinsteigerinnen: meist junge Mütter, oft alleinerziehend, viele ohne Ausbildung, die etwa eine Lehre nachmachen. Die Finanzbildung setzt hier an der Basis an, doch gleichzeitig kann jede der jungen Frauen etwas zum Thema Geld aus ihrem Leben erzählen. Die Kurse sind keine Vorträge, sondern haben eher den Charakter von Gesprächsrunden, bei denen auf Fragen eingegangen wird, aber auch ganz konkrete Erfahrungen der Einzelnen zur Sprache kommen. Dieses Reden über Geld, Erzählen und Erzählen-Lassen stand auch bei einem anderen Termin im Vordergrund: bei einem Workshop mit Häftlingen im Jugendgefängnis. Bei jungen Erwachsenen in Haft endet die Konzentrationsfähigkeit meist nach einer Stunde. Diese Zeit wird vor allem fürs Gespräch genutzt. Die Themen stammen auch aus eigener Betroffenheit, denn viele InsassInnen haben Geld- manchmal auch schon Schuldenprobleme. Ihnen ein Mindestmaß an Selbstvertrauen ins eigene Tun mit Geld mitzugeben und Grundbegriffe der Finanzbildung zu vermitteln, kann beim Wiedereinstieg nach der Haft eine große Hilfe sein. Mehr Informationen zu Workshop-Angeboten: salzburg@sbsbg.at 

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Steiermark

Die Schuldnerberatung Steiermark GmbH wird immer wieder von größeren Firmen beauftragt, mit deren Lehrlingen zu arbeiten. Diese Präventionsprojekte sind ganztägig, speziell auf die Gruppe der jungen Berufstätigen abgestimmt und beinhalten immer Praxisteile: So gehen die Jugendlichen beispielsweise zu einer Bank oder zu einem Autohaus und führen ein Kreditgespräch. Im Anschluss reflektieren und besprechen die Trainerinnen mit ihnen, wie das Gespräch lief, welche Fragen offen blieben, warum sie nicht gestellt wurden und worauf geachtet werden sollte. Ziel ist unter anderem, den jungen Menschen das Selbstbewusstsein zu geben, präsentierte Fakten aber auch ihr eigenes finanzielles Tun zu hinterfragen – und nachzufragen. Die Themen, die in Gruppen mit Lehrlingen aufkommen, sind nah am Leben: Sie sind mit ihren ersten Gehältern oft am Sprung in die Unabhängigkeit, planen einen Autokauf, das Mieten einer eigenen Wohnung.
Dies gilt auch für zwei weitere Gruppen der Präventionsarbeit: Die Schuldnerberatung Steiermark ist in einem Projekt in Berufsschulen im Einsatz, wo – im Vergleich zu anderen Schultypen in der Altersgruppe – sehr spezifische Themen und Fragen aus der Gruppe kommen. Selbst Privatkonkurs und Exekution sind bereits Thema, aus reinem Interesse, vereinzelt auch, weil die Jugendlichen selbst schon Kredite und Leasingverträge laufen haben oder Inkassobriefe erhalten haben.
Eine weitere Zielgruppe sind junge Erwachsene, die keine Lehrstelle haben und deshalb in speziellen Einrichtungen unterkommen, beispielsweise in Lehrwerkstätten von Jugend am Werk. Sie sind meist bildungsferner. In der Vorbereitung der Workshops spielen Motivation und einfache, verständliche Sprache eine größere Rolle.
All diesen jungen Berufstätigen ist gemeinsam, dass die Themen in den Finanzbildungseinheiten sehr nah an ihrer Lebensrealität sind: Sie sind am Sprung ins eigene, selbstverantwortliche Leben, auf das sie die Schuldenberatung ein Stück besser vorbereiten möchte. Auch interessant: Junge Berufstätige wollen übers Sparen reden, das ist meist eine der ersten Fragen, die in den Gruppen kommen. Sie wollen mit ihrem Geld gut umgehen können.

Zu mehr Informationen über die Angebote der Schuldnerberatung Steiermark 

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Tirol

Die Schuldenberatung Tirol hat seit 2005 eine erfolgreiche Kooperation mit der Sparkasse Kufstein. Diese finanziert die Schulworkshops im Bezirk Kufstein, die inhaltliche Vorbereitung und Durchführung liegt jedoch ganz in den Händen der Schuldenberatung. Das ermöglicht ein für die Schulen kostenloses Finanzbildungsangebot, das die Schuldenberatung Tirol alleine nicht leisten könnte. Zielgruppe sind die 7. Schulstufen der Neuen Mittelschulen und Gymnasien, die 1. Klassen der Berufsschulen sowie der Handelsakademien und -schulen sowie SchülerInnen in Sonderpädagogischen Zentren. Die Inhalte der Workshops, variierend je nach Schultyp und Schulstufe, sind: Taschengeldplaner, Handy, Internet, von der Schuld zur Exekution, Fallbeispiele zur Illustration von Einnahmen-Ausgaben-Rechnungen oder Überschuldungsfallen. Behandelt werden zudem Fragen wie: Wofür müssen eure Eltern ihr Geld ausgeben? Mit welchen Kosten habt ihr zu rechnen, wenn ihr in die erste eigene Wohnung zieht?

Zu mehr Informationen über die Angebote der Schuldenberatung Tirol

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Vorarlberg

Der Vorarlberger Finanzführerschein wurde 2006 im Auftrag der Vorarlberger Landesregierung von der ifs Schuldenberatung gemeinsam mit mehreren Partnern entwickelt. Einzigartig ist dabei das große Potenzial an Jugendeinrichtungen und Beratungsstellen, die sich zusammengeschlossen haben und ihre Arbeit ganz ins Zeichen der Schuldenprävention stellen. Neben dem Land Vorarlberg, der Arbeiterkammer, dem AMS und der Wirtschaftskammer unterstützen auch vier Banken den Finanzführerschein: die Hypobanken, Raiffeisenbanken, Sparkassen und die Volksbanken. Daneben arbeiten auch die Vorarlberger Volkswirtschaftliche Gesellschaft, das aha-Jugendinformationszentrum und freigeist arbogast aktiv mit. Durch dieses partnerschaftliche Konzept werden in mehreren Workshopmodulen viele Bereiche angesprochen: Finanzwissen, Lebensplanung, Selbstkompetenz und Reflexion gehören zum Repertoire. Der Vorarlberger Finanzführerschein wird in drei Varianten angeboten: S für die Schulstufen fünf und sechs; M für die Schulstufen sieben bis neun und L ab der 9. Schulstufe. Seit 2006 wurden insgesamt 12.000 Finanzführerscheine in ganz Vorarlberg verliehen. Zu mehr Informationen über den Vorarlberger Finanzführerschein

 

Die ifs Schuldenberatung bietet im Rahmen der Präventionstätigkeit auch Workshops für geflüchtete Menschen an. Die Gefahr der Überschuldung ist in dieser Gruppe besonders hoch: der fehlende soziale und finanzielle Rückhalt, mangelnde Sprachkenntnisse und bürokratische Hürden treffen auf hohe Wohnungsmieten, überteuerte und oft übereilt unterschriebene Verträge (z.B. Handy, Internet) und insgesamt unerwartet höhere Ausgaben im Aufnahmeland. In zweistündigen Workshops werden den Flüchtlingen Grundlagen der Finanzkompetenz vermittelt. Sie werden über die Lebenskosten in Vorarlberg aufgeklärt und für Schuldenfallen sensibilisiert. Wie funktionieren Verträge und Ratenzahlungen? Was passiert, wenn ich meine Rechnungen nicht bezahle? Zudem werden lebenspraktische Tipps zum Auskommen mit dem Einkommen gegeben. Neben dem Führen eines Haushaltsbuches wird die 4-Kuvert-Methode erklärt. Dabei wird das monatlich zur Verfügung stehende Geld auf vier Kuverts für vier Wochen aufgeteilt. Das unterschiedliche Bildungsniveau der TeilnehmerInnen sowie sprachliche Barrieren stellen bei der Organisation sowie bei der Durchführung der Workshops eine Herausforderung dar. Die Inhalte müssen vereinfacht werden. Häufig wird die Unterstützung von DolmetscherInnen benötigt.

Informationen und Kontakt: schuldenberatung@ifs.at 

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Wien

Auf Anfrage, vor allem von Schulen, Lehrlings- und AMS-Einrichtungen, bietet die Schuldnerberatung Wien Vorträge, Workshops oder Informationsveranstaltungen zu den Themen Schuldenprävention und Stärkung der Finanzkompetenz an.
Ein erfolgreiches Projekt ist die Workshopreihe „I €AN“: Sie vermittelt Jugendlichen einen eigenverantwortlichen und schuldenfreien Umgang mit Geld. Seit dem Start 2010 wurde das Projekt kontinuierlich weiterentwickelt und ausgebaut. 2011 gewann es einen Preis im Rahmen der „Sozialmarie“. „I €AN“ entstand aus einer Initiative der Zweiten Sparkasse in Kooperation mit der Schuldnerberatung Wien und den überbetrieblichen Lehrwerkstätten von Jugend am Werk. Das Konzept wurde gemeinsam erarbeitet, wobei die Erfahrungen aus der Schuldenberatung und deren präventiver Arbeit im Mittelpunkt standen. Zielgruppe waren anfänglich ausschließlich Lehrlinge im zweiten Ausbildungsjahr, die bereits Erfahrungen im Umgang mit selbstverdientem Geld gesammelt hatten. Die Workshopreihe wird von den Lehrlingen im Rahmen ihrer Lehrausbildung, direkt in den Werkstätten, absolviert. Basierend auf der konkreten Lebens- und Konsumwelt der Jugendlichen werden die Bedeutung und Rolle des Geldes überdacht, der persönliche Umgang reflektiert (Gegenüberstellung und Balance von Einnahmen-Ausgaben), finanzielle Gefahren („Stolpersteine am finanziellen Lebensweg“) und deren Konsequenzen diskutiert und praktikable Strategien für ein finanziell autonomes Leben und zur Vermeidung von Schulden erarbeitet. Die Workshops werden von ehrenamtlichen MitarbeiterInnen der Zweiten Sparkasse gehalten. Im Vorfeld des Projektstarts fanden mehrstündige Einschulungen durch das Konzeptteam statt. Zu Beginn gab es auch Co-Trainings sowie einige Reflexionstreffen, unter Einbeziehung der Schuldenberatung. „I €AN“ wurde in den vergangenen Jahren stark ausgebaut und auf andere Jugendinstitutionen ausgeweitet. Ein Schwerpunkt ist derzeit die Arbeit mit jungen Flüchtlingen. Die Zusammenarbeit mit der Zweiten Sparkasse war für die Schuldnerberatung Wien vor allem in der Projektaufbau- und Anfangsphase sehr intensiv und konstruktiv. Es wurde vereinbart, das Fachwissen aus den Bereichen Schuldenberatung und Finanzdienstleistungen wert- und werbefrei zu nutzen und zu vermitteln. Mittlerweile koordiniert die Zweite Sparkasse die Workshops selbstständig, die Schuldnerberatung Wien wird nur mehr fallweise für Besprechungen und Reflexionen beigezogen.

Zu mehr Informationen über das Projekt I €AN

Kontakt zur Schuldnerberatung Wien: schuldnerberatung@fsw.at 

 

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Prävention News

Round Table Finanzbildung

(06.11.2018) Am 19. Oktober fand der fünfte „Round Table Finanzbildung“ in der Oesterreichischen Nationalbank statt. [ mehr ]

geldWERKstatt für Lehrlinge in der Steiermark

(08.10.2018) Die Schuldnerberatung Steiermark hat Workshops speziell für Lehrlinge entwickelt. [ mehr ]

25.000ster OÖ Finanzführerschein: Prävention wirkt!

(12.07.2018) Die Zahlen der jungen Menschen in der Schuldnerberatung gehen seit Einführung des OÖ Finanzführerscheins zurück. [ mehr ]